Über sexuelle Vorlieben sprechen: Warum es so schwer fällt und wieso man es trotzdem tun sollte!

Wir tun es, du tust es, deine Eltern haben es getan und auch alle um dich herum tun es:  Sex!

Irgendwie gehört es zum Leben dazu und ist wunderschön – meistens jedenfalls. Wenn allerdings doch einmal „der Wurm drin ist“, dann fällt das Reden darüber meistens ziemlich schwer.   

Jetzt fragt ihr euch vielleicht: „Moment, wie zum Teufel kommt ihr von Sondermoment nur darauf, einen Blogbeitrag zum Thema sexuelle Vorlieben zu schreiben? Wo ist die Verbindung?“. Berechtigter Einwand, auf den wir natürlich eine Antwort haben, denn so abwegig ist die Verbindung am Ende gar nicht.

Bei Sondermoment geht’s darum, Fragen zu stellen und besondere Momente zu kreieren. Manchmal kommen wir von allein leider nicht dazu, bestimmte Dinge anzusprechen oder trauen uns ganz einfach nicht. Da kann so ein Fragespiel wie gerufen kommen, denn es stellt die richtigen Fragen, die man selbst vielleicht gar nicht ausgesprochen bekommt. Doch dazu später mehr. Kommen wir erst einmal zu unserem spannenden Thema zurück: zum Sex. 

Seien wir doch mal ehrlich, über Sex zu sprechen klingt immer so einfach. Die Medien glorifizieren sexuelle Offenheit und in der Werbung springt uns Sex und nackte Haut tagtäglich an. Da kann es schon einmal passieren, dass man sich selbst in Frage stellt, wenn einem das Thema nicht ganz so einfach über die Lippen geht.

Das möchten wir ändern und haben uns deshalb für diesen Blogbeitrag mit dem Sex-Thema ein wenig auseinandergesetzt. In diesem Sinne: Let’s talk about sex, Baby!

Unsere Sex-Scham – Wie konnte das nur passieren?

Die Schlafzimmer Tür bleibt zu! Befragungen ergaben, dass die Deutschen über zweierlei Dinge nicht so gern sprechen: Sex und Gehalt.

Laut einer Umfrage von Parship unterhalten sich nur 53 Prozent der Deutschen mit dem Partner über den Sex. Frauen holen gern ihre beste Freundin ins Boot, 47 Prozent sprechen immerhin auch mit ihr. Bei den Männern sind es 38 Prozent, die ihren besten Kumpel einweihen. Mehr als jeder fünfte Deutsche spricht gar nicht über Sex, sondern macht es mit sich selbst aus.   

Warum ist uns das Thema so unangenehm? Nun, wir haben uns auf Spurensuche gemacht.

Über viele Jahrhunderte war Sex ein großes Tabu-Thema in Deutschland. Bis in die 70er galt sogar das, was man im Schlafzimmer tat, als Sünde und war einzig und allein für die Fortbestehung unserer Art gedacht. Klingt ganz schön gruselig, war aber ganz lange Realität.

Erst die Hippie- und Frauenbewegungen in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts lösten die prüden Vorstellungen von dem, was im Schlafzimmer eigentlich abging. Nun durfte auch über Nacktheit, Körper, Abtreibung, Verhütung und Sex gesprochen werden. Sexuelle Vorlieben Frauen und sexuelle Vorlieben Männer waren gleichgestellt – quasi. In vielen Kreisen allerdings noch ganz schön leise. Bis heute noch.  

Umfragen zufolge sind die Gründe, die uns zurückhalten: den Partner zu verletzten oder falsch verstanden zu werden. Berechtigterweise, denn wer würde schon gern so etwas sagen wie „Du Schatz, irgendwie bin ich sexuell gerade ganz schön frustriert.“
 

Warum es wichtig ist, über Sex zu sprechen

Wie so oft, kann man das auch auf die Erziehung schieben. Wie viele Eltern sprechen mit ihren Jugendlichen schon über Sex? Genau, fast gar keine. Man kriegt quasi schon von klein auf mit, dass das etwas ist, worüber man nicht sprechen darf.

Kein Wunder, dass man heutzutage immer noch nicht in der U-Bahn herausbrüllt, wann und wie oft man mit seinem Partner Sex hat und sich diese Gespräche eher für die besten Freunde aufhebt. Dabei ist es so wichtig und für eine glückliche Beziehung essentiell über Sex zu sprechen.

Warum? Weil ein offenes Gespräch beiden Partnern das Gefühl gibt, dass seine oder ihre Bedürfnisse gehört werden. Seine Wünsche frei zu äußern und auch die des anderen zu hören, gibt die Möglichkeit, sich besser auf einander einstellen zu können.

Das muss gar nicht heißen, dass man im Bett ab jetzt das gleiche mögen muss wie der Partner. Man darf auch weiterhin unterschiedliche Ansichten haben. Aber es bedeutet, dass man ab und an Kompromisse eingehen könnte (! die Betonung liegt auf „könnte“ !), damit beide auf ihre Kosten kommen.  

Vielleicht kennt ihr es aus eurer Beziehung: Wer ein erfülltes Sexleben führt, der ist meistens auch eher bereit, Neues im Schlafzimmer auszuprobieren. „Experimentierfreudig“ nennt man das auch.

Darüber hinaus bringt ein glückliches Sexleben auch oftmals eine gewisse Entspannung in die Beziehung, um auch über das Sex-Thema hinaus Spannungen anzusprechen.

Dr. Georg Pfau, Sexualmediziner, sagt dazu auch: „Glauben Sie mir, über Sex sprechen zu können ist eine Grundvoraussetzung für guten Sex. Der Abbau von Hemmungen, die Enttabuisierung beginnt bei der Verbalisation.“ Die Message ist klar: Wer guten Sex haben will, muss den Mund aufmachen.
 

Adults cuddling in the bed

Es gibt gute und schlechte Momente, um über Sex zu sprechen

„Timing“ heißt das Zauberwort. Sexualtherapeuten raten, den richtigen Moment abzuwarten. Es gibt gute und weniger gute Momente. Zum Beispiel inmitten eines Streits, das wäre ein denkbar falscher Moment. Warum? Man wirft mit Vorwürfen um sich und es passiert leicht, dass man den anderen kränkt oder verletzt. 

Stattdessen sollte man einen Moment wählen, bei dem beide entspannt sind und man sich gut versteht. Zum Beispiel während man am Wochenende gerade gemütlich auf der Couch liegt und Serien bei Netflix anschaut.

Oder nachdem man gerade richtig guten Sex zusammen hatte. Da sind beide selbstsicher und glücklich und fassen eine Frage zum Thema Sex eher weniger als Angriff auf.

In der Theorie alles schön und gut: Aber, wie genau spricht man über Sex?

Bei so einem Seriennachmittag also, da könnte man sagen: „Schatz, es gibt da etwas, worüber ich schon seit einiger Zeit nachdenke. Bist du eigentlich zufrieden mit unserem Sexleben? Oder hast du irgendwelche Wünsche oder Fantasien, die ich noch nicht kenne?“.

Offene Fragen, die einen Raum für ehrliche Antworten schaffen. Es klingt weder nach Vorwurf noch nach Enttäuschung, die man reflexartig abwehren möchte. Wir merken uns: Urteilsfreie Fragen sind immer gut und bieten das höchste Potential für Ehrlichkeit.

Wer Fragen stellt, der muss aber auch zuhören können. Deshalb ist es wichtig, den Partner vollständig ausreden zu lassen, immer wieder nochmal nachzufragen, um etwas nicht falsch zu verstehen und sich in Geduld zu üben. Wenn die Frage dann beantwortet wurde, ist man selbst an der Reihe und kann auf das Gesagte Bezug nehmen. 

An dieser Stelle können wir dir als kleine Unterstützung auch die Sondermoment Love-Edition zum Thema „Liebe, Sex und Erotik“ ans Herz legen. Das ist deshalb total schön, weil ihr eine dritte Partei, nämlich Sondermoment, dafür nutzen könnt, um euch gegenseitig Fragen zu einem Thema zu stellen, worüber man sonst eher nicht so gern spricht.  

Ideen für einen guten Sex-Talk

Für den Anfang könnt ihr euch einfach einen Stift und Zettel nehmen und jeweils 3 Fragen an den Partner aufschreiben. Fragen, die euch zum Thema Sex interessieren und ihr eurem Partner gern stellen würdet.

Das können Fragen zu bestimmten Stellungen sein, was dein Partner*in generell im Sexleben vermisst oder wie er oder sie sich ein Vorspiel vorstellt. Folgend ein paar Beispiele zur Inspiration:

  • „Welche Stellung macht dir am meisten Spaß...?“
  • „Was lässt dich so richtig entspannen...?“
  • „Wann hast du am liebsten Sex mit mir...?“
  • „Gibt es etwas, das du gern ausprobieren möchtest...?“
  • „Was kann ich tun, damit du jenes mehr genießen kannst...?“

Die Antworten könnt ihr dann gemeinsam beantworten, auswerten und – je nachdem, ob es dem anderen auch zusagt – schon bald damit loslegen, Neues auszuprobieren.

Wir können uns jedenfalls vorstellen, dass offene Fragen ganz schön viel Inspiration ins Schlafzimmer zaubern können und können es schon kaum erwarten, euch mit unserer Love-Edition zu unterstützen!

Falls du Fragen hast, es kaum erwarten kannst oder uns Anregungen zu Sex-Fragethemen schicken möchtest, dann schreib’ uns gern im Kontaktformular.

Wir freuen uns drauf,
Euer Sondermoment Team



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